Auf die Überlegung, einen Tagesausflug in den Harz zu unternehmen, sind wir relativ kurzfristig gekommen. Es gab auch noch weitere Zielorte, die wir uns überlegt hatten. Dazu zählte auch Dresden. Da für den Sonntag wieder hohe Temperaturen angekündigt wurden, wollten wir auf Nummer sicher gehen und nicht zu weit weg fahren. Für den Harz wurde Regen am Nachmittag vorhergesagt, aber das wollten wir riskieren. Hier gibt es einen kleinen Bericht über unseren Ausflug.
Der Tag begann schon mit einem kleinen Desaster – die Kaffeemaschine lief über.
Der Deckel war verstopft und so lief der Kaffee nicht in die Kanne, sondern direkt darüber, die Arbeitsplatte herunter, direkt in den Besteckkasten hinein. Leider bekam es keiner von uns mit, da wir nicht in der Küche waren. Mit Küchentüchern bewaffnet, versuchten wir den Fluss aus Kaffee aufzuhalten. Bevor es sich noch mehr verteilen konnte, nahm Torsten den Kasten und balancierte ihn direkt in die Dusche. Dort musste erst einmal alles ausgekippt werden, damit es zumindest schon einmal trocknen konnte. Nachdem der Deckel wieder funktionierte, füllten wir unsere große Pumpkanne und packten die wichtigsten Sachen ein: Kamera, Regenschirme, Tassen und eine Flasche zu trinken.
Leider hatten wir durch das Durcheinander mit der Kaffeemaschine keine Zeit mehr für ein Frühstück. Wir hatten uns einen Zeitplan gesetzt, den wir schon einhalten wollten. Wir ließen den Hund bei Torstens Eltern. Damit wir nicht mit einem leeren Magen losfahren mussten, gab es noch ein kalorienreiches Frühstück bei McDonalds.
Bei dem Frühstücksangebot sind aber schon recht leckere Sachen dabei.
Um Punkt 10 Uhr ging es direkt auf die Landstraße B81. Es dauerte nicht lange und schon hatten wir die ersten landwirtschaftlichen Geräte vor der Nase. Dazu kam die eine oder andere Wolke der Erntemaschinen, durch die wir fahren mussten. Die Strecke bis zu unserem Zielort ist jetzt nicht wirklich kompliziert, da wir erst einfach in Richtung Halberstadt fahren mussten und die Stadt Wernigerode frühzeitig ausgeschildert wird. Kaum waren wir angekommen, fing auch schon die übliche Suche nach einem passenden Parkplatz an. Das bedeutete ein „klein wenig“ Stress im Inneren unseres Autos. Jaja, wenn der Fahrer fragt „Wo geht es lang“ und die Beifahrerin antwortet „Ich habe auch keine Ahnung“. Dreimal tief durchatmen und wir hatten unseren Parkplatz gefunden.
Zu unserer Freude, kann dieser an Sonn- und Feiertagen kostenlos genutzt werden. Damit stieg auch wieder die Stimmung und es wurde Zeit für eine Tasse Kaffee. In so eine Pumpkanne passt ja bekanntlich viel hinein. Direkt am Parkplatz gab es ein WC und eine Information, mit der Möglichkeit gleich die Karten (4,90 €) für eine Hin- und Rückfahrt zum Schloss zu kaufen. Die Fahrt mit dem Gefährt ( es erinnerte mich an einen umgebauten Traktor) und den zwei Personenwagen dauerte maximal 6 Minuten. Das Geld hätten wir uns auch sparen können, allerdings wollten wir aber nicht gleich verschwitzt ankommen. Es war warm genug!

Am Schloss angekommen, sahen wir uns zuerst die Terrasse des Schlosses an und schossen erste Fotos. Es ist eine wirklich schöne Aussicht in Richtung Harz und über die Stadt Wernigerode hinweg. Bevor wir uns in das Schloss direkt begaben, hatten wir uns in ein Café, in der Nähe des Schlosses gesetzt. Es war Zeit für eine Tasse Kaffee, ein Wasser und ein leckeres Eis. Nachdem wir uns „gestärkt“ hatten, machten wir einen ersten Rundgang, um das Schloss herum. Es gibt dort einige Wohnhäuser, einen Wetterstein und ein Souvenirgeschäft.
Da wir ja wegen dem Schloss gekommen waren, kauften wir uns für je 5 Euro, Karten für den Eintritt. Wir zahlten noch 2 Euro mehr, da wir auch die Turm- und Gewölbeführung mitmachen wollten. Im Innenhof machten wir ein paar Fotos. Im Anschluss folgten wir dem ersten Rundgang, den man allein im Schloss absolvieren kann. Als kleiner Hinweis am Rande: das Fotografieren in den Räumen, ist nur mit vorheriger Genehmigung gestattet. Um 13.30 Uhr nahmen wir an der Turmführung teil. In unserer Gruppe, waren ein paar Kumpels mittleren Alters, die wohl als Männerrunde unterwegs waren. Die waren echt nervig. Ein dummer Spruch nach dem anderen, worüber wirklich keiner lachen konnte. Die reinsten Labertaschen. Auf jeden Fall waren es doch einige Stufen bis zur Turmspitze.
Viel Platz war dort oben nicht und man sollte sich nicht zu weit vorlehnen, da die Mauern nicht sehr hoch sind. Der Aufstieg hat sich aber gelohnt, weil wir von dort oben eine sehr schöne Aussicht hatten. Leider war es zu gedrängt, um in Ruhe ein paar Fotos schießen zu können, da die ganze Gruppe wie die Lemminge einmal ringsherum lief und so wieder zur Luke kam. So ging es wieder hinab. Auf dem Rückweg überholten wir noch eine jüngere Frau, die alle anderen vorbei ließ. Ihr war das ganze wohl zu hoch und sie musste sich etwas mehr Zeit für die Treppen nehmen.
Als wir unten wieder angekommen waren, machten wir eine kleine Verschnaufpause auf den Treppenstufen im Innenhof. Es war sehr schwül warm und entsprechend fühlten wir uns auch. Dann ging es auch schon ab in das Gewölbe. Naja, sehr aufregend war das nicht. Da es ein Abstieg über ein paar Stufen war und das „Gewölbe“ auch nicht sehr groß war. Der junge Mann, der uns etwas über die Geschichte erzählte, verriet uns dann noch, dass es kein Verließ war. Nein, ein einfacher Kartoffelkeller in der Nähe der Küche. Super, dafür sind wir also da herunter gegangen.
Zumindest war es dort unten angenehm kühl. Wir machten noch den zweiten Rundgang durch das Schloss und entschlossen uns dann doch zu Fuß wieder zurückzugehen. So sind wir auch ein kleines Stück durch den „Lustgarten“ gegangen. Der heißt wirklich so
Es ist eine wirklich schöne Parkanlage.
Als wir wieder an unserem Auto angekommen waren, wurde es wieder Zeit für eine kleine Tasse Kaffee.
Erwähnte ich schon, dass wir beide Kaffeejunkies sind? Da wir sonst die Regenschirme doch immer im Auto lassen, drängelte Torsten dieses Mal, dass ich beide einstecken sollte. Meine arme kleine Handtasche. (Kein Wunder, dass die nicht lange halten
) Der Weg in die Innenstadt war nicht sehr lang, da sie nicht weit von dem Parkplatz entfernt ist. Ich habe aber auch in Wernigerode Subway, Pimkie und weitere bekannte Handelsketten gesehen. Allerdings glieder sich hier die Geschäfte wunderbar in das Stadtbild ein. Es waren sehr viele Menschen unterwegs. Überall waren Stände mit einem Haufen unnützem Polter (Schlager CDs, Plastikspielzeug usw.) und „Fressbuden“. Torsten hatte schon etwas vor sich hingemurmelt „Na toll, Geschichte meets Plastik!“. Es war auch auffällig, dass die Cafés und Restaurants brechend voll waren. Dann sahen wir auch den Grund – es war Stadtfest. Es stand auf einem riesigen Banner über der Bühne vor dem Rathaus. So war es auch nicht möglich, ein paar vernünftige Bilder zu machen. Wir hätten nur Hasseröder Sonnenschirme auf dem Bild gehabt.
Irgendwo etwas in Ruhe zu essen oder einfach die Häuser anzusehen war schlichtweg nicht möglich an diesem Tag. Schade!
Zumindest konnten wir ein Foto vom Krummelschen Haus machen.
Für den Rückweg gingen wir nicht die Einkaufsmeile „Breite Straße“ zurück, sondern wählten die Seitenstraßen, die parallel verlief. Dort waren kaum Menschen unterwegs und wir sahen ein altes Gebäude neben dem anderen. Das war wirklich sehr schön und weit weg von der Hektik des Stadtfestes.
So langsam begann es dann doch zu regnen und wir waren froh, dass wir die Regenschirme mit dabei hatten. Torsten machte sich wohl eher Gedanken um die Kamera, als um sich. Die Leute drängten sich noch mehr in die Geschäfte und suchten einen Unterstand, um nicht nass zu werden. Wir hatten langsam auch genug und traten den Weg zurück zum Auto an. Von einer Tankstelle holten wir uns noch einen Wrap, da wir in dem Gewusel nicht Ewigkeiten wegen einer Kleinigkeit zu essen warten wollten. Völlig geschafft ging es so wieder in Richtung Heimat.
Wir werden uns bestimmt irgendwann wieder auf den Weg in diese schöne Stadt machen. Dann allerdings, um in Ruhe die historische Altstadt anzusehen und fleißig Fotos zu machen.
Weitere Informationen über die Stadt Wernigerode, gibt es auf der offiziellen Webseite und auf Wikipedia. Sogar das Schloss hat eine eigene Internetpräsenz, dort findet ihr auch Innenansichten des Schlosses. Ich finde allerdings, dass diese dringend eine Überarbeitung benötigt. Sieht ja gruselig aus
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26. August 2010 um 11:48 Uhr 1
Wow, ein langer Bericht! Vielen Dank dafür! Die Fotos sehen echt vielversprechend aus, ein tolles Schloss. Wielange musstet ihr jetzt da hin fahren?
26. August 2010 um 12:05 Uhr 1.1
Hallo Janina,
Wir haben von Magdeburg aus, ca. 1 Stunde gebraucht.
26. August 2010 um 12:26 Uhr 1.1.1
Na dann hat sich die Fahrt hoffentlich trotzdem gelohnt?!
26. August 2010 um 12:50 Uhr 2
Ja, das hat sich gelohnt.
Das Schloss ist wirklich schön und für Stadtfeste kann ja niemand was
. Ich war den Sonntagabend nur echt erledigt.
26. August 2010 um 13:15 Uhr 2.1
Stadtfeste können ja auch was schönes sein, aber nicht, wenn man sich in Ruhe die Stadt anschauen will. Schade!
26. August 2010 um 15:03 Uhr 2.1.1
Naja, wir sehen es als Grund, in ein paar Wochen wieder nach Wernigerode zu fahren. Ist dann auch schöner, wenn es nicht so drückend warm ist. Wir haben trotzdem viel gesehen, also war es nicht ganz umsonst
26. August 2010 um 15:19 Uhr 2.1.1.1
Stimmt, wenn es so heiß ist, kann man eh nicht viel unternehmen.
26. August 2010 um 21:45 Uhr
Ich bin jetzt auch froh, dass es endlich wieder kühler wird.
Auf Dauer ist das Wetter für mich sehr anstrengend, daher fahren z. B. auch nie in den Süden Urlaub machen.
26. August 2010 um 16:20 Uhr 3
Wau verdammt gute und “alte” Gemäuer stehen da und auch die “Innenstadt” (die beiden letzten Bilder) schaut sehr gemütlich aus.
26. August 2010 um 21:46 Uhr 3.1
Oh ja, die ganze Innenstadt sind nur Fachwerkhäuser. Ist so richtig schnuckelig.
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