Tag 1
Am Freitag gegen 19 Uhr habe ich es mitbekommen. Der Hund kam in die Küche und hat sich auf den Boden gelegt. Dann fing schon ihr Kopf an, sich merkwürdig hin und her zu bewegen. Die Augäpfel zuckten immer hin und her. Backi kam auch nicht mehr auf die Pfoten und schaute völlig abwesend. Sie reagierte überhaupt nicht mehr auf mich.
Also rief ich Torsten an. Er war gerade mit einem Freund unterwegs ins Studio. Da wir das schon einmal mit unserem Hund vor ca. 2 Jahren durchgemacht hatten und es damals nach 1 ½ Stunden wieder fast weg war, blieb ich noch relativ ruhig. Torsten meinte auch nur, dass wir erst einmal abwarten sollten. Nachdem es nach über 2 Stunden immer noch nicht weg war, telefonierten wir noch einmal miteinander. Torsten hatte die Idee, dass ich in der Tierklinik anrufen könnte, damit wir wenigstens wissen, was wir machen sollten.
Also rief ich dort an. Die Tierärztin in der Klinik sagte mir, dass sie im Moment nur eine Spritze und eine Infusion geben könnten. Allerdings würde der Transport dem Tier momentan nur Stress bereiten und wir sollten lieber am nächsten Tag zu einem Tierarzt fahren.
Ich teilte Torsten mit, was mir die Ärztin gesagt hatte und er machte sich auch früher als sonst auf den Weg zu mir. Wir verlegten das Bettchen von Backi in die Stube und Torsten schlief auf der Couch, damit er mitbekommen würde, falls etwas mit dem Hund sein sollte. Er hat einen leichteren Schlaf als ich und würde es eher merken. Unter das Bettchen legten wir zwei große blaue Plastikbeutel. Nur für den Fall, dass es der Hund nicht mehr halten kann, weil es passierte, bevor ich mit ihr Gassi gehen konnte. Zum Glück schlief Backi tief und fest und war wohl beruhigt, dass ihr Herrchen in der Nähe war.
Tag 2
Samstag und es wurde Zeit, mit dem Hund zum Tierarzt zu fahren. Tja, manchmal braucht man einen Mann im Haus. Ich hätte Backi mit ihren knapp 30 Kilos nicht die Treppe herunter bekommen. Laufen konnte sie auf keinen Fall. Deshalb hatte auch Torsten die Aufgabe übernommen und selbst er hatte es nicht leicht. Das lag weniger am Gewicht, sondern eher an der Tatsache, dass Backi nicht richtig stillhalten wollte. Zum Glück sind beide heile die Treppen heruntergekommen. Torsten atmete tief durch, als der Hund endlich im Kofferraum des Autos untergebracht war. Um 10 Uhr hatten wir uns auf den Weg zu unserem Tierarzt gemacht. Zum Glück war die Strecke frei und wir kamen schnell durch.
Ich bin mit unserer Backi im Auto geblieben und Torsten setzte sich ins Wartezimmer. Es hat 1 ½ Stunden gedauert, bis wir an der Reihe waren. Torsten kam mit dem Tierarzt nach draußen. Uns wurde bestätigt, dass wir mit unserer Vermutung Vestibularsyndrom Recht hatten. Torsten musste unsere Backi wieder ins Behandlungszimmer schleppen. Dort bekam sie eine Spritze und einen Venenkatheter verpasst. Im Wartezimmer war bis auf ein einziges Frauchen mit ihrem Vierbeiner niemand anderes mehr da. Für den Hund wurde ein Kissen hingelegt und dann ging es an den Tropf. Der Tierarzt entschuldigte sich noch, dass wir keinen Kaffee bekommen können, weil leider die Maschine kaputt ist. Die sind dort wirklich sehr nett! Torsten hatte sie fast die ganze Zeit über gehalten, damit sie sich nicht auf den Schlauch legen oder verletzen würde. Ich bin wirklich froh, dass wenigstens er in diesen Situationen immer ruhig bleibt. Mich nimmt das meistens mit, da ich unsere „Fussel“ nicht krank sehen kann. Ich mache mir immer viel zu viel Gedanken.
Als der Tropf dann nach 25 Minuten leer war, bekam sie einen Verband um den Venenkatheter. Der Tierarzt sagte auch, dass wir nur warten und beobachten können. Sollte es Backi schlechter gehen, sollen wir auch am Sonntag anrufen, ansonsten reicht es, wenn wir am Montag wieder vorbeikommen.
So machten wir uns wieder auf den Heimweg. Unterwegs besorgten wir uns erst einmal eine Tasse Kaffee und ein belegtes Brötchen.
Für den Hund kaufte ich frisches Rindfleisch. Zusätzlich besorgten wir auch ein paar Babywindeln, da wir uns nicht sicher waren, ob wir so mit ihr Gassi gehen könnten. Wir fuhren noch bei Torstens Eltern vorbei und probierten, ob sie mit etwas Hilfe laufen kann. Es gelang auch, allerdings nur, weil sie nicht ihre Kette, sondern ein Geschirr um hatte. Der Hund hing eher darin und ohne Torstens Hilfe, wäre sie wohl schon beim ersten Schritt wieder hingefallen.
Wenigstens konnte unser Hund im Garten endlich ihrem Harndrang nachgeben. Wieder bei mir angekommen, musste mein Schatz den Hund noch einmal in den 3. Stock tragen. Danach waren wir alle 3 erledigt. Wir freuten uns auf die Dusche und der Hund auf sein Bettchen. Zumindest hat unser Hund wieder etwas gesoffen und das klein geschnittene Rindfleisch gefressen. Es war ein wirklich anstrengender Tag. Jetzt liegt der Hund völlig K.O. in der Ecke und schläft sehr viel. Ich hoffe, dass es bis Montag ein wenig besser ist. Der Hund sieht momentan nur aus wie ein Häufchen Elend.
Tag 3
Unserem Hund scheint es etwas besser zu gehen. Wenn einer von uns beiden mit ihr spricht, scheint Backi wieder in der Lage zu sein, denjenigen zu fixieren und anzusehen, ohne dass sich der Kopf wieder wegbewegt.
Das mit dem Laufen klappt immer noch nicht so richtig. Torsten musste sie heute Morgen wieder die Treppe herunter und wieder hinauf tragen. Draußen konnten wir wenigstens ein paar Meter mit ihr Gassi “gehen” (torkeln wäre wohl zutreffender). Zumindest konnte sie ihr Geschäft erledigen. Nach wie vor lassen wir das kleine Hundegeschirr rund um die Uhr dran, damit wir sie festhalten können, wenn sie sich ein wenig bewegt. Heute hat sie es schon ein paar Mal allein probiert und hat aber dabei immer noch starken „Seegang“, so dass sie ohne Hilfe von uns nicht sehr weit kommt. Ich bin aber optimistisch,
dass es langsam aber sicher besser wird. Warten wir ab, was uns der Tierarzt morgen erzählen wird.
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29. August 2010 um 20:49 Uhr 1
Oh man! Was für ein Bericht! Da läuft es mir kalt den Rücken runter! Da habt ihr ja echt ein aufreibendes Wochenende hinter euch! Aber Gott sei Dank geht es ihr ein bisschen besser!!! Ich denke ganz ganz doll an euch, dass es morgen noch besser wird! Ich kann so verstehen, wie nervenaufreibend das für dich sein muss und es ist so gut, dass Torsten so ruhig bleibt. Mein Mann ist auch eher der Ruhigere und ergänzt mich da wunderbar. Alles Liebe!!!
29. August 2010 um 21:22 Uhr 1.1
Hallo Janina,
bisher hatten wir noch nicht so eine nervliche Belastung. Selbst als ihr vor ein paar Jahren eine Zehe amputiert wurde, war es nicht so schlimm.
Jede Besserung wird von uns freudig aufgenommen und wir hoffen, dass sie bald wieder normal laufen kann und auch die Treppen allein schafft. Der arme Torsten und sein Rücken.
Danke übrigens, für dein ehrliches Interesse!
Alles Liebe, Susi !
29. August 2010 um 21:37 Uhr 1.1.1
Ich kann das so sehr nachvollziehen. Sobald mit meinen Tieren etwas ist, blutet mein Herz, deswegen bin ich da so interessiert mit bei! Halt mich weiterhin auf dem Laufenden ja? Liebe Grüße!
29. August 2010 um 21:40 Uhr 1.1.1.1
Ja, ich halte dich weiterhin auf dem Laufenden.
Liebe Grüße Susi
30. August 2010 um 00:59 Uhr 2
Was für ein Wochenende! Hatte kurz auf Facebook was gelesen, aber nachher keine Zeit mehr zu gucken. Ich drücke die Daumen, dass es Backi bald besser geht und Ihr Euch von Stress erholen könnt.