Gerade in Single-Haushalten waren Mikrowellen stets besonders beliebt, um sich schnell sein täglich Brot in Form von Fertiggerichten aus dem Supermarkt erwärmen zu können und sodann mit gefülltem Magen die Wohnung rasch wieder zu verlassen. Wer dieses äußerst praktische Küchengerät nicht besaß, der konnte immerhin zum altbewährten Backofen Zuflucht nehmen und sich seine Tiefkühlpizza oder Lasagne hierin erhitzen.
Dass sich diese Gewohnheiten nun beinahe ins Gegenteil verkehren und nicht nur selber gekocht wird, sondern dies auch noch mit Spaß an der Freude, ist nicht zuletzt den zahlreichen Koch-Shows im Fernsehen zu verdanken. Wer am frühen Abend quer durch die Programme zippt, der stößt auf mindestens einem TV-Kanal mit Sicherheit auf Privatpersonen oder Mediensternchen, die gegeneinander im Kochwettbewerb antreten oder berühmte Chefs de Cuisine, welche Tipps zum Gelingen von Weihnachtsgans oder Auberginendip verraten.
Doch nicht nur, dass sich aufgrund der noch immer steigenden Beliebtheit dieser Sendungen Personen jeden Alters und jeden Geschlechts inspirieren lassen: Unzähligen Schulabgängern sind die eigenen Backöfen plötzlich nicht mehr gut genug – die großen sollen es sein, in Hotelküchen oder berühmten Restaurants. Der Lehrberuf des Kochs erfährt einen Boom, den es so noch nicht gegeben hat. Schade eigentlich, dass laut einer aktuellen Studie allerdings nicht jeder der Aspiranten auf einen späteren Michelin-Stern auch wirklich dafür auserkoren zu sein scheint und eben auch zum Reiskochen mehr gehört als Wasser und die gleichnamigen Körner: Beinahe die Hälfte aller Auszubildenden in diesem Bereich bricht ihre Lehre vorzeitig ab – und kehrt ernüchtert zum eigenen Backofen zurück. Hoffen wir, dass sie in diesen wenigstens weiterhin die Backform mit dem eigenen Brotteig stellen – und nicht das ready-to-eat-Gericht aus dem Einkaufsladen nebenan.
Foto: Flickr / Steven Trooster
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30. November 2010 um 07:59 Uhr 1
Mein Mann heute Ende 30 hat auch Koch gelernt. Zuletzt haben wir einen Klassenkameraden aus Berufsschultagen getroffen (Merke 20 Jahre her!)
Heute ist aus dieser Klasse (30 Schüler) nur noch ein einziger als Koch tätig!
Warum wohl?
Schlechte Bezahlung, immer dann arbeiten, wenn Deine Freunde frei haben, Anstrengend und oft sehr schlechtes Arbeitsklima.
Ach ja, einige davon haben in Sternehäusern gearbeitet, mein Mann auch.
Er ist übrigens auch kein Koch mehr
3. Februar 2011 um 08:42 Uhr 2
Der Text ist dir echt gelungen.. Ich bin ebenfalls der Meinung das die Menschen sich weniger die arbeit machen und lieber zu Tiefkühlgerichten greifen. Ich hingegen habe auch nicht wirklich immer die Zeit zu kochen und gehe meistens zu einer Kantine, schmeckt gut, kostet wenig.. Was man halt von einer Großküche erwartet :-)