Dösbaddel, Hutschefiedel und Tüdelkram – Norddeutsch für Anfänger

Da leben, wo andere Urlaub machen? Das ist wundervoll und ich genieße es sehr. Ich liebe die Ostsee und kann mir momentan keine schönere Heimat als den Norden vorstellen. Hier bin ich innerhalb weniger Minuten am Meer, kann dem Meeresrauschen lauschen, den Sand spüren, den Wind um die Ohren pusten lassen und meiner liebsten Beschäftigung der Suche nach Muscheln nachgehen. ;) An die norddeutschen Gepflogenheiten und manch lustige Begriffe habe ich mich schnell gewöhnt.

Hier findet ihr einige norddeutsche Wörter und ihre Bedeutung. Damit seid ihr gut gerüstet für den nächsten Klönschnack. Viel Spaß beim Schmökern!

Norddeutsch für Anfänger

 

angeschickert – angetrunken, beschwipst

Bangbüx – Angsthase

bräsig – dumm, tollpatschig

Buddel – Flasche

butschern – draußen herumstrolchen

büx – Hose

Dösbaddel – Dummkopf

Feudel – Putzlappen, Wischlappen, Scheuerlappen

feudeln – feucht aufwischen, einfach mal durchfeudeln ;)

Flusen in’n Kopp – Blödsinn im Kopf

glubsch – grob, ohne Feingefühl

Hutschefiedel – ein sehr kleines Auto (eine echt süße Bezeichnung )

Jo – Ja

Kantüffeln – Kartoffeln

Klönschnack – Unterhaltung, Gespräch

klönen – gemütlich plaudern

Kuddelmuddel – Durcheinander

luschern – belauschen

Lütt un Lütt – kleines Bier , kleiner Korn – Norddeutsches Getränk, bei dem Korn und Bier während des Trinkvorgangs miteinander vermischt werden.

Moin – Grußwort wie „Hallo“ oder „Tschüß“, passt zu jeder Tages- und Nachtzeit

Moin Moin – Grußwortwie „Hallo“ oder „Tschüß“, passt zu jeder Tages- und Nachtzeit

Mohltied! – Mahlzeit!

muulfuul – maulfaul / schweigsam

Nuckelpinne – Altes oder langsames Auto

Pansenkniepen – Bauchweh

Puschen – Hausschuhe

Quetschkomood – Akkordeon

Peterwagen – Polizeiwagen

Rundstücke – Brötchen

sabbeln – schnell reden

schnacken – sich unterhalten

Schietbüdel – (wörtlich übersetzt Scheißebeutel = Windel), heute allerdings ein Kosewort für Kleinkinder/Hosenscheißer

Schietwetter – schlechtes Wetter. Oft genannter Begriff hier oben im Norden.

smöken – rauchen

Tüdelkram – unnütze Dinge

ut klamüstern – sich etwas überlegen, ausdenken, aushecken

wat mutt dat mutt – was sein muss, muss sein

Wuddeln – Wurzeln (Möhren, Karotten)

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ähnliche Beiträge

4 Kommentare

  • Antworten Iris 21. März 2016 at 15:26

    Hallo Susi,
    viele Ausdrücke versteht man ja beim Lesen, aber wenn man sie nur hört, ist das wahrscheinlich etwas schwieriger. „Ut klamüstern“ kenne ich als „ausklambüsern“ hier aus Berlin und unsere „Flausen im Kopp“ lassen sich ja auch wiedererkennen.
    LG Iris

    • Antworten Susi 21. März 2016 at 15:39

      Hallo Iris,
      jo, beim Lesen ist es leicht zu verstehen, aber beim Hören wird es schon etwas schwieriger. Ich wusste vorher überhaupt nicht was ein Feudel ist. In Magdeburg hieß es Putz- oder Scheuerlappen. :D

      LG Susi

  • Antworten Albrecht 28. April 2016 at 11:53

    Moin, finde es als Nordlicht wunderbar das auch über so etwas wichtiges bzw gebräuchliches was nicht verloren gehen darf und gott sei dank noch von vielen gesprochen wird wenn auch nicht so wie von meiner Oma und Opa die hatten das so richtig gut drauf. Platt ist ein Weltkultur erbe in meinen Augen :)

  • Antworten Doreen Rajchowski 20. November 2016 at 23:39

    Moin, ich liebe das Plattdeutsche und spreche leider nur noch wenig. Ich habe aus meiner Lehrausbildung eine kleine Anekdote ( Bin damals nach Berlin gezogen) : Wir mussten 1 x die Woche unseren Klassenraum säubern, waren mit ausfegen fertig, hatten Eimer, Schrubber und Wasser parat. Und ich, kraft meiner Wassersuppe, “ Jetzt brauchen wir nur noch einen FEUDEL“ Na die haben mich vieleicht blöd angeschaut.

  • Hinterlasse einen Kommentar

    :) :D :-P :like: 8) :huch: :yes: :( :yam: :-| :wink: :evil: :angel: :-o :coffee: :zwinker: :yeah: :muede: :hehe: :twisted: :sly: more »