DIY: Mit Leder arbeiten

Wenn du schon einmal mit Leder gearbeitet hast, dann wirst du wissen, dass sich dieses Material oft anders verhält als andere Stoffe. Es ist oft sperrig und weniger flexibel. Normale Nadeln und Scheren brauchst du gar nicht erst zur Hand zu nehmen. Ich habe dir ein paar Tipps zusammengestellt, wie du mit Leder dennoch modische DIY-Arbeiten anfertigen kannst.

Wenn deine Leder-Handtasche kaputt ist und eine neue Schnalle braucht, bist du gut beraten, es nicht in einer Änderungsschneiderei zu versuchen, sondern bei einem Schuster. Warum? Weil dieser täglich mit Leder arbeitet und die entsprechenden Werkzeuge in seiner Werkstatt hat. Ein Blick in das Verkaufsregal deines Schuhgeschäftes zeigt: So unflexibel, wie du meinst, ist das Material am Ende gar nicht.

Werkzeuge für die Lederverarbeitung

Wenn du mit Leder arbeiten willst, brauchst du nicht in jedem Fall die komplette Ausrüstung des Profis. Allerdings solltest du deine Nähmaschine mit einer

speziellen Nadel ausstatten, die für Leder geeignet ist. In der Regel ist diese dicker und hat auch eine bestimmte Form. Die kleine, bunte Bastelschere tauschst du am besten gegen eine robuste Metallschere aus.

In der Ledermanufaktur gibt es darüber hinaus weitere Helfer. Je nachdem, ob du bei deinem Projekt nur schneiden und nähen möchtest oder ob du das Leder mit Nieten oder Mustern verzieren willst, eignen sich unterschiedliche Werkzeuge: Eine Silbermine oder Peel-off-Marker, um vorab etwas auf das Material zu zeichnen, spezielle Schuhmachermesser, sogenannte Punzierwerkzeuge oder Streicheisen, einen Brandingstempel oder eine Lochzange.

Eigenschaft des Materials

Natürlich gibt es in der Lederwerkstatt noch viel, vorerst aber möchte ich dich mit den Eigenschaften von Leder vertraut machen. Leder verfügt über eine sogenannte Laufrichtung. Das solltest du wissen, wenn du es schneidest. Die Laufrichtung orientiert sich am Verlauf der Rippen des Tieres, von dem das Leder stammt. Schneidest du entlang der Laufrichtung, ist dies wesentlich einfacher.

Auch hat die Laufrichtung Einfluss auf die Haltbarkeit des Gegenstandes oder Kleidungsstückes, das du herstellen möchtest: Entgegen der Laufrichtung ist Leder wesentlich stabiler, während es in der Laufrichtung oft einfach mit den bloßen Händen zerrissen werden kann. Vor allem bei kleineren Stücken wie Gürteln oder Riemen solltest du das beachten.

Leder einfärben

Die Vorzeichnungen, entlang denen du schneiden willst, solltest du immer auf der Rückseite einzeichnen. Die Widerstandsfähigkeit des Leders zeigt sich auch, wenn du es nähen möchtest. Empfehlenswert ist eine Nadel, die mindestens die Stärke 100 hat, sowie reißfestes Garn. Am Ende einer Naht solltest du immer ein paar Stiche wieder rückwärts nähen, das macht sie stabiler.

Wie du weißt, gibt es Leder in allen möglichen Farben. Du kannst es auch selber färben, wenn du willst. Allerdings solltest du dabei Vorsorge treffen, damit die Dämpfe, die dabei entstehen, dir nicht schaden. Lederfarbe gibt es beispielsweise im Baumarkt zu kaufen. Einfacher machst du es dir natürlich, wenn du von Vorherein ein Material einkaufst, das bereits eingefärbt ist. Hier kann ich dir den Softart-Leder-Shop empfehlen, dort findest du eine große Auswahl.

Mit Lederresten basteln

 

Aus Lederresten kannst du wunderbare Sachen zaubern. Allerdings klappt das nicht mit jedem Leder gleichermaßen gut, da die Stärke des Materials einen Einfluss darauf hat, wie gut es sich formen lässt. Im Handel gibt es spezielles Bastelleder, das für die kreative Verwertung geeignet ist. Ich empfehle zum Basteln ein Leder mit der Stärke von drei Millimetern.

So, ich hoffe, ich habe dir ein wenig Basiswissen über die Grundeigenschaften vermitteln können. Falls du weitere Tipps für die Lederverarbeitung hast oder selbst schon Erfahrung mit diesem Material gesammelt hast, freue ich mich auf deinen Kommentar unter diesem Post.

Bild 1: © istock.com/Maxrale
Bild 2: © istock.com/Biggereye
Bild 3: © istock.com/ngkaki

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