Weniger ist mehr – Minimalismus im Badezimmer

Der Minimalismus-Trend ist schon seit einiger Zeit sehr präsent und er scheint es noch mehr zu werden. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Konzept?

Den Begriff Minimalismus werden Sie sicherlich kennen, vielleicht in Verbindung mit Architektur, Kunst oder Musik. Es gibt den Minimalismus auch als Lebenseinstellung. Bei allen Punkten geht es um Verzicht, um die Beschränkung auf das Wesentliche. In der Architektur oder der Kunst aus ästhetischen Gründen, beim Minimalismus-Lifestyle geht es eher um eine Abgrenzung zur konsumorientierten Überflussgesellschaft.

Das Ziel ist es bewusster zu leben, sich mit den Dingen, die man besitzt, wirklich auseinander zusetzten und sich einen Überblick über sein Leben und seinen Besitz zu verschaffen. Minimalismus ist eigentlich in allen Lebensbereichen anwendbar und sinnvoll. Wenn ich von etwas zu viel besitze, dann kann ich mich gar nicht mit allem beschäftigen, die Hälfte davon bleibt liegen. Oder, wenn ich zu viele Projekte am Laufen habe, kann ich mich nicht für alle aufopfern, sondern muss Abstriche machen und das führt dazu, dass ich sie nur halbherzig umsetzen kann. Hier gilt dann, weniger ist mehr.

Bild: © robynmac – photodune.net

Es geht nicht darum, in einem weißen und sterilen Raum zu leben und nichts mehr zu besitzen, sondern eher darum, die Dinge aus dem Leben zu streichen, die dich belasten oder dir unnötigen Stress bereiten. Wir Menschen sind Sammler, wir horten gern (schöne) Dinge und rüsten uns für „schlechte Tage“. Ein sehr passendes Beispiel ist hier das Badezimmer. Dieses ist oft die minimalistische Schwachstelle. Wer gern in der Drogerie shoppt und immer die neusten Produkte haben möchte, aber nie etwas ausmistet, wird hier bald gänzlich den Überblick verlieren …

Wie sich das Konzept des Minimalismus im Badezimmer umsetzen lässt, kannst du im Folgenden erfahren.

Du hasst es das Badezimmer zu reinigen?

Gut, putzen macht nie wirklich Spaß, muss aber regelmäßig gemacht werden. Doch, wenn du mit richtigen Motivationsproblemen zu kämpfen hast, sobald es an das Bad putzen geht, dann kann das vielleicht daran liegen, dass es einfach zu voll gestopft ist. Badezimmer haben oft Abmauerungen integriert, die viel Stauraum bieten oder sie verfügen über große Waschtische oder Nischen in den Wänden.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier alles mit Pflegeprodukten, Kosmetik oder Deko vollgestellt ist. Jedes einzelne Teil muss abgeräumt werden, damit du an die Flächen herankommst, um diese sauber zu machen. Danach darfst du die Sachen dann alle einzeln wieder hindrapieren. Das ist nicht nur nervig, sondern nimmt auch eine Menge Zeit in Anspruch. Nicht zu vergessen, dass alle Dinge, die herumstehen auch einstauben. Hier gibt es eine ganz einfache Lösung, reduziere alle Artikel drastisch, die auf solchen Abstellflächen Platz gefunden haben. Dein Badezimmer sieht nicht nur viel aufgeräumter aus, es lässt sich dort auch viel einfacher putzen. Du kannst ganz entspannt über die Flächen wischen und musst vielleicht nur 2-3 Dinge anheben. Zahlreiche Bodylotions, die bereits gekippt sind, Badezusätze, die nicht mehr gut zu sein scheinen und irgendwelcher alter Dekokram darf ausziehen und du wirst sehen, es fühlt sich sehr gut an. Der Waschtisch sollte prinzipiell, bis auf Handseife und Zahnputzutensilien, frei bleiben, so kannst du zwischendurch mal schnell drüber wischen.

Du verlierst die Übersicht über deine Pflegeprodukte?

Warum benötigt man drei verschiedene Gesichtswasser? Wieso über 10 Duschbäder? Vier Bodylotions? Sind wir mal ehrlich, uns allen sind schon beim Ausmisten Dinge untergekommen, von denen wir gar nicht mehr wussten, dass diese überhaupt existieren. Hier sollte dringend Ordnung geschaffen werden.

Zunächst gehe deine Pflegeprodukte und Kosmetika der Reihe nach durch und schaue, was davon abgelaufen ist. Das kann dann postwendend in den Müll wandern. Nun betrachte die übrig gebliebenen Sachen noch mal, weggeschmissen werden sollte aber nichts. Das wäre Verschwendung und darum geht es beim Minimalismus nicht. Artikel, von denen Sie wissen, dass Sie diese nicht mehr nutzen werden, kannst du verschenken. Dann verschaffe dir einen Überblick, wenn du bspw. drei Bodylotions besitzt, mache diese leer und spreche dir selbst ein Verbot aus, während des Aufbrauchprozesses eine Neue zu kaufen. Bleibe stark, es kann dir egal sein, ob es dann eine neue Körpermilch gibt, die nach Meloneneis duftet, du hast gefühlt noch 20 andere im Schrank.

Am besten ist es, wenn im Badezimmer nur noch von jeder Sorte ein Produkt steht. Also ein Deo, ein Gesichtswasser, eine Körpermilch und so weiter. Der Rest kommt in die Abstellkammer oder in den Vorratsschrank. Du hasst alle Artikel auf einen Blick und brauchst diese auf, geht ein Produkt leer, darf das nächste ins Badezimmer einziehen. Vielen Menschen geht es so, dass sie zu viele Sachen einfach überfordern und sie deshalb immer nur die gleichen Artikel benutzen. Viele vergessen dann, dass Kosmetik ein Mindesthaltbarkeitsdatum hat, welches sicherlich nicht zu genau genommen werden muss, wie es etwa bei den Lebensmitteln der Fall ist. Doch irgendwann macht es durchaus Sinn, sich und seine Haut von abgelaufenen Produkten zu verschonen. Also raus damit, erfahrungsgemäß fällt hier das Aussortieren nicht schwer

Die anderen haben auch so viele Sachen?

Es gibt immer jemanden, der mehr besitzt als du, also hast du eigentlich gar nicht so viel? Sicher, so kann man es sehen, das grenzt aber an Selbstbetrug. Wir alle kennen wohl Männer und Frauen, die das Dreifache von dem was wir haben, besitzen, aber das ist nicht der Punkt. Es geht ja darum, dass du herausfindest, was du wirklich benötigst und mit wie vielen Dingen du dich wohlfühlst und nicht was andere haben. Gibt es Sachen in deinem Badezimmer, die du nur von A nach B räumst, aber nie nutzt? Dann weg damit. Das sind Platzverschwender und Staubfänger. Im besten Fall kannst du diese einfach verschenken. 😉

Zusammengefasst: Minimalismus ist eine persönliche Sache, es gibt da keine Richtlinien und Regeln, keine Zahl, wie viele Artikel minimalistische Menschen in ihrem Badezimmer haben dürfen. Das ist individuell und richtet sich nach den eigenen Bedürfnissen und Wohlbefinden. Für die einen ist es gar kein Problem ihre Menge an Artikel zu reduzieren, für andere stellt es schon eine große Herausforderung dar keine Back-ups mehr zu kaufen.

Fazit

Minimalismus kann den Kopf freimachen, je weniger Dinge du besitzt, desto weniger Arbeit habt du. Deine Gedanken und Sorgen kannst du dann anderen wichtigeren Dingen widmen. Außerdem ist es leichter, ein gewisses Maß an Grundordnung zu halten. Die Abstellflächen sind frei, es gibt weniger abzustauben und du kannst zwischendurch schnell mal über alles drüber wischen und sparst dann beim eigentlichen Sauber machen auch noch Zeit. Ein Raum, der nicht so voll gestellt ist, sieht außerdem immer ordentlicher aus. Ausmisten lohnt sich also immer.

Das Konzept des Minimalismus ist eine tolle Sache und lässt sich neben dem Badezimmer natürlich noch auf weitere Räume übertragen. Du entrümpelst hier nicht nur deine Wohnung, sondern auch deinen Kopf und deine Seele.

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