Butterbrot © U. Hardberck- fotolia.com

Eine Ode an das Butterbrot

Auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist, so ist das Butterbrot bei uns in Deutschland eine Art Kulturgut. In keinem anderen Land der Welt wird dem Butterbrot so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie in Deutschland. Ob Weizenbrot, Schwarzbrot, Knäcke oder Vollkorn, selbst Weltmeisterbrot kommt bei uns in die Butterbrotdosen und Tüten, mit oder ohne Krüstchen! Vielleicht kommen die USA noch annähernd an das deutsche Butterbrot heran, aber hier heißen sie ja eher Sandwiches und Fast Food dominiert bei den Erwachsenen viel eher die Mittagskultur als das klassische Butterbrot. Vielleicht ist die aktuelle Entwicklung in unserem Land auch eher kontraproduktiv gegenüber alten Traditionen, deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal sagen es lebe das deutsche Butterbrot, und dabei ein bisschen darauf eingehen wo die Geschichte des Butterbrotes eigentlich her kommt.

Des deutschen liebstes Butterbrot in der Vergangenheit:

Bereits seit 1999 existiert der offizielle „Tag des deutschen Butterbrotes“, eingeführt von der Zentrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) die bereits 10 Jahre nach ihrer Einführung wieder aufgelöst wurde. Dennoch wird der letzte Freitag im September immer noch dem deutschen Butterbrot gewidmet und das hat sich zwischenzeitlich eingebürgert und gefestigt.
Deutschland ist auch das einzige Land in dem unheimlich viele Bezeichnungen für das deutsche Butterbrot existieren. Wir kennen Neben Butterbrot Bezeichnungen wie Stulle, Schnitte, Bemme, Butterken, Knifte, Schachtwacke, Dubbel oder Wecke. In nahezu jedem deutschen Dialekt gibt es eigene Bezeichnungen für das deutsche Bütterchen das in der Pause auf Schulhöfen und auf der Arbeit gerne genommen wird.

Das Butterbrot an sich hat große Beliebtheit erlangt weil es einfach zu transportieren ist, nahrhaft ist und viel Energie bietet und dazu noch gut schmeckt. Ein gutes Brot ist durch nichts zu ersetzen. Nun ist Brot und die darauf geschmierte Butter aber auch ein wunderbarer Energielieferant um den Müden Schüler oder Arbeiter wieder fit zu machen. Ein durchschnittliches Butterbrot mit Wurst liefert in der Regel zwischen 200 und 250 Kalorien, das ist nicht zu missachten.

Geschichtlich wird das Butterbrot bereits seit dem 15.Jahrhundert überliefert, vor allem im ambulanten Bereich konnte so eine große Menge Energie lange haltbar und schmackhaft transportiert werden. Spätestens seit Zeiten der Hanse, als man im Ostseeraum und in Nordeuropa entdeckte das man Butter mittels Salzkonservierung haltbar machen konnte, ist das Butterbrot an der Tagesordnung. In Mitteleuropa war es eher üblich Butter als Butterschmalz zu konservieren, wodurch es erst später zum klassischen Butterbrot kam, denn Butterschmalz eignet sich eher weniger als Brotaufstrich.

Noch im frühen Mittelalter waren eher Getreidebreie an der Tagesordnung. Vor allem in der Kindesernährung wurde das Butterbrot in Zentraleuropa erst sehr spät entwickelt. Überliefert ist das zur Hanse Hochzeit zwischen dem vierzehnten und sechszehnten Jahrhundert bereits Brot zum Käse gegessen wurde, auch dieses Brot wurde damals bereits mit Butter bestrichen. In Zentraleuropa nutzte man Brot eher in Verbindung mit Bier, in welches die Scheiben getunkt wurden.

Das Butterbrot in der Neuzeit:

Erst im späten Mittelalter konnte sich das Butterbrot wirklich durchsetzen, da es eine Weile gedauert hatte bis man in der Lage war Butter das Ganze Jahr schmackhaft zu halten. Heute ist und bleibt es vermutlich eines der beliebtesten Zwischendurch-Essen, besonders in Deutschland. In vielen Kulturen haben sich spezielle Brotsorten und Ritualähnliche Gebräuche durchgesetzt, wenn man zum Beispiel an die mediterrane Verbreitung von Brot denkt, so Brot lediglich als Träger vieler Gemüsesorten genutzt wird, oder an die deftige Bayrische Brotzeit wo das Brot klar im Mittelpunkt steht.

So oder so, das Butterbrot ist ein Lebensmittel dem wir viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken!

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