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Monaco zum kleinen Preis

Einst war Monaco eine Vision entfernter Faszination, ein märchenhaftes Königreich am Meer, das von einem wohlwollenden Prinzen regiert wurde, der von der europäischen Aristokratie und dem Hollywood-Königreich besucht wurde. In den Tagen der Schlaghose wurde das Image jedoch mehr Glanz als Glamour: Rennfahrer, Models, Champagnerdinner, Schnurrbärte und Reichtum durch Spielautomaten.

Als die Neunzigerjahre endeten, fiel Monacos Schleier erneut. Die Welt, die sich dahinter verbarg, war eine nervöse Mischung aus Privatbanken, Sponsoringdeals, Verkaufskonferenzen und Superjacht-Penisneid. Ein Höhepunkt war 2008, als die Familie Safra aus Monaco ihre palastartige Villa Leopoldo, die ehemalige Heimat des italienischen Agnelli-Clans an der Riviera, für eine halbe Milliarde Euro verkaufte. In einer Zeit des Umbruchs kämpfte der russische Käufer um die Immobilie und war gezwungen, seine 39 Millionen Euro Kaution zu streichen.

Doch die jüngste Finanzkrise hat das Fürstentum scheinbar auf einen neuen Kurs gebracht: Die regierende Familie Grimaldi setzt auf neue kulturelle Angebote und familienfreundliche Aktivitäten. Eine Reihe von coolen Restaurants und Bars mit Happy-Hour-Cocktails zum halben Preis, bieten eine elegante neue Alternative zur alten Präsentation von Reichtum zwischen Online Casino und Spielautomaten.

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Ein Besuch in Monaco lohnt sich …

und zwar auch ohne Mietwagen. Das günstigste Angebot an der Cote d’Azur ist die Buslinie 100 ab Nizza Zentrum. Sie fährt alle 15 Minuten und fährt entlang der prächtigen Luxusvillen an der Küstenstraße. Vorbei an den sagenhaften Landschaften im Süden Frankreichs schlängelt sich der Bus auf das Cap Ferrat – der reichsten Landzunge Europas – und duckt sich dann an Bono’s Haus vorbei…

Der Felsen von Monte Carlo ist die erste kostenlose Attraktion des Fürstentums und auch seine ursprüngliche Siedlung. Eine Statue von Francesco Grimaldi auf dem Palastplatz zelebriert eine Darstellung der monegassischen List vor sieben Jahrhunderten. Als Mönch verkleidet, bahnte sich damals Francesco den Weg in die Festung, nur um die Tore für seinen Cousin Rainier und eine Truppe von Soldaten zu öffnen. Seitdem wird Monaco von den Grimaldis regiert.

Um 11.55 Uhr ertönen Glocken für den Wechsel der Palastwache. Das sollte man gesehen haben. Die Bewegungen der Wache und der Trommelwirbel sind fantastisch, pompös und bei den Zuschauern sehr beliebt.

Südlich des Palastplatzes liegt die ruhigste Gegend von Monaco. Exotische Gärten über dem Mittelmeer bieten erstaunliche Panoramen und einen Rückzugssort für Picknick-Familien. Hier kann man entspannt über den Platz bummeln und dann zum Hafen hinunterlaufen, wo die Spielzeuge der Reichen und Schönen vor Anker liegen. 😉

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Jachten, deren Wert sich in zweistellige Millionenbeträgen bewegt, (Stammgäste sind unter anderem Roman Abramovichs Pelorus und die ehemalige Onassis-Familie Christina O), können hier bewundert werden. Selbst die kleinste Yacht hier für einen Tag zu mieten, würde wahrscheinlich genauso viel kosten wie ein neuer Kleinwagen. Ein günstige Alternative ist der Bateaubus, eine solarbetriebene Fähre. Als Neuzugang in Monacos Verkehrsnetz durchquert er die Bucht der Milliardäre für nur 1 Euro pro Fahrt.

Auch ohne viel Geld kann man in Monaco viel erleben. 😉

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